Love in the Dark

„I can´t love you in the dark”, Adele hat mit diesen Song vollkommen recht. Egal wie schön es sein kann, egal was wir erleben, welche Momente wir teilten, wir werden uns nie nachts lieben dürfen. Nie dürfen wir, nein nie darf ich es. Es wird Zeit es zu beenden. Es wird Zeit zu gehen. Klar das habe ich mir immer anders vorgestellt. Aber nunja wir kommen doch alle in einer Beziehung an den Punkt an dem wir, entweder nicht mehr können, eine Entscheidung treffen, etwas passiert oder oder. Alles führt aber dazu dass wir uns im Endeffekt dagegen entscheiden. Gegen eine gemeinsame Zukunft.

Gekämpft und verloren würde ich mal behaupten.

Doch das schlimme ist nicht die Erkenntnis sondern das wie und vor allem der Schmerz. Der Schmerz darüber so verletzt worden zu sein. Tief in mir drin habe ich immer darauf gehofft. Darauf gehofft dass er sagt, er würde sich scheiden lassen, er wolle eine gemeinsame Zukunft mit mir. Pustekuchen. Stattdessen verbringen wir ein wunderschönen Abend und eine Nacht zusammen um dann knallhart in die Realität zurückgeholt zu werden. Ich war, ich bin und werde immer nur der Fick für zwischendurch sein. Das Geheimnis seines Lebens. Ich werde dies aber nicht länger sein. Ich will es nicht mehr sein. Ich will nicht mehr ertragen, hoffen, zuhören, mir ansehen, runterschlucken. Ich will und werde es nicht mehr.

Am Ende des Tages ist Sie es, die neben ihm einschläft, die ihm Kinder, ein Heim, eine Familie, liebe, Erinnerungen und so vieles mehr schenkt. Dinge die ich dummes, naives 23 jähriges schwules ihm nie bieten kann.

 

Testlauf 

Eine weitere Woche die voller positiver und negativer Ereignisse sich dem Ende neigt. Eine Woche die mich wieder ein Stück verändert hat. Die Erkenntnis, Schmerz und Freude zur Folge hatte.

Manchmal bricht man mit Menschen. Man bricht mit ihnen eine Freundschaft, eine Liebe, eine Verbindung. Dies tut man nicht gerne aber es kommt dazu weil man zusammen nicht mehr kompatibel ist. Oder weil man zusammen an einer Gabelung steht und sich für die andere Richtung entscheidet. So oder so ähnlich hat meine Woche angefangen. Es ist ok aber es zeigt einem auch was Menschen von einem halten.

Die Woche ging dann so weiter. Voller Gedanken die Amok laufen. Nie hätte ich gedacht das ich mit ihm jemals zusammen laufen werde und das es so Spaß macht. Hätte auch nie gedacht das ich dann auch noch mich bei einem Lauf anmelde. Somit muss ich bis September fit sein. Um die 10 km in einer akzeptabelen Zeit zu laufen. Aber positiv denken und vorallem den inneren Schweinehund überwinden.

Und dann Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Samstag. Gott was waren das für Tage. Nennen wir sie mal Testlauf. Testlauf für ein Leben das so fern und doch so nah ist. Erst ein Film das sein, mein Leben zeigt. Der mich einiges besser verstehen lässt und der mich hat einiges anders sehen lässt. Ein Gespräch das ich so nie erwartet habe. Das mich extrem zum nachdenken gebracht hat. Eine Nacht die ich nicht nocheinmal erleben möchte. Ein Nachmittag, ein Abend und ein Morgen der mir so positiv angst gemacht hat. Können zwei Menschen wirklich so kompatibel sein? Kann es wirklich funktionieren? Ein schwulen Paar mit Kindern?  Ohne schief angeschaut zu werden? Die Antwort ist JA! Es war normal. Die Welt um mich herum vergessen. Die Probleme vergessen. Es gab nur ihn, die Kinder und mich. Es hat sich unbeschreiblich angefühlt. Ja es ist genau das was ich will. Ich will ein Mann, ich will in irgendeiner Form Kinder. Ich will IHN! Nie hätte ich es für möglich gehalten das wir so kompatibel sind. Und es war der Testlauf. Der Test ob es überhaupt funktionieren würde. Und ja es würde funktionieren! Trotz allem war es nur ein Test. Ein Traum den ich kurz leben durfte. Am Ende des Tages liege ich ja doch allein im Bett. Wache morgens alleine auf. Und teile den Mann den ich liebe und für den ich so bereit bin, mit einem anderen Menschen. Das ist nunmal die Realität. Er ist verheiratet. Er ist Vater. Ich bin am Ende ja doch nur die nette Abwechslung zum Alltag, zur Ehe. So sehr es sich auch als normal angefühlt hat, so sehr war es nur ein Augenblick der vergänglich ist. Das wissen über sein Gefühle und das wissen darüber das er sich am Ende des Tages gegen mich Entscheidet schmerzt. Die Wahrheit, die Realität schmerzt. Das einzige was ich erwarten kann ist seine Treue mir gegenüber, nicht mit einem anderen Mann zu schlafen. Und diese Angst ist stärker denje. Ohne zu wissen warum.

Stand by me

So und nun liege ich mal wieder in meinem Bett und lasse die letzten Tage resume passieren.

Ich weiß gar nicht wo anfangen.

Mit Tobi ist es endlich endgültig vorbei. Nach einem Jahr habe ich es geschafft ihm das zusagen was ich mich nie getraut habe. Und wenn ehrlich bin hätte ich es viel früher tun sollen, es tat einfach so gut, ihm alles zu sagen, ohne Rücksicht.

Nunja dann kann ein schöner Abend, vor dem ich aufeinmal Angst hatte. Sein Geburtstag. Es war schön, sein Gesicht und sein strahlen zu sehen als er sein Geschenk ausgepackt hat. Wie ein kleines Kind das sich in sein neues Spielzeug verliebt hat und alles um sich vergisst. Ein toller Abend auch wenn er sehr betrunken geendet hat. Gott ist der Mann süß wenn er torkelt. Und da war es auch wieder, dieses DER, dein Traum.

Und dann das Wochenende. Viele eindrücke, vieles neues und so vieles altes. Erst treffe ich durch Zufall eine alte Klassenkameradin, was wirklich schön war und dann erfahr ich von einer anderen Klassenkameradin das Sie schwer krank ist. Wie das Leben ein manchmal verarscht und wieder runter holt ist erschreckend. Und dann worauf ich mich schon die ganze Woche gefreut habe. Vikki auf Ihrer Pipi Langstrumpf Terrasse besuchen. Wirklich schön, eine wunderschöne Wohnung, der Garten und die Terrasse erst. Naja nachdem wir über Männer und Sex philosophiert haben. Kam Julian. Julian ist Ihr bester Freund und Ihr Ex. Ein großer, starker Mann. Beschützer eben. Aber er kam mir bekannt vor. Genau! Da gab es mal einen aus der Vergangenheit der war genauso.

Nunja dann der Samstag.

Michel im Freibad und auch noch laufen gewesen. Komisch ich fande es total toll im Freibad. Sich sonnen, schwimmen. Einfach die Seele baumeln lassen. Und das beste daran. Sich dafür nicht schämen. Laufen war ich auch noch. Man sollte ja auch was für sein Körper tun. Und schließlich für den abend gut aussehen. Nachdem ich gut gebräunt war kam das Lichterfest.

Ein abend mit Jürgen, ein abend voller Überraschungen.

Nie hätte ich gedacht das wir je so offen mit einander reden werden. Das wir zusammen ganz normal irgendwo hingehen können. Aber es ging und es war wunderschön. Ok es gab zum Schluss etwas Streit. Aber ich schätze das ist normal in den Anfängen. Schließlich mussten wir bisher mehrere Tage in wenige Stunden packen und das klassische Spiel der Rosa-roten-Brille war eigentlich nie wirklich da.

Gott, dieser Mann ist nicht nur eine Augenweide, nicht nur ein Traum im Bett sondern so Gefühlvoll, so schön, so zärtlich und doch so männlich. Noch nie habe ich so offen über meine Gefühle, meine Gedanken und meine Bedenken geredet. Und noch nie habe ich mich so verstanden gefühlt. Und endlich. Er hat geredet. Es mir gleich getan. Was mich ehrt und wofür ich dankbar bin.

Nunja und heute. Freibad und wieder in der Sonne gebruzelt. Und ja IHN im Freibad gesehen. Zwar mit Familie, aber das gehört nunmal zu ihm. Sie sind ein Teil von ihm. Ein Teil das ich nicht abstoßend finde oder nicht mag. Im Gegenteil ich liebe sie! Zwei wundervolle Kinder, die ich wirklich in mein Herz geschlossen habe. Vorallem den Kleinen. Sein Ebenbild. Ein toller kleiner Junge. In den ich mich wirklich verliebt habe. Für den ich wirklich alles tun würde wenn es sein müsste. 

Eine Sache noch. Es gibt nichts schöneres, wie einen Mann an seiner Seite stehen zu haben, der „Stand by me“, für einen singt…